Taxonomie: Formicinae Tribus Formicini Genus:Formica Subgenus: Raptiformica
Heimat: Mitteleuropa
Habitat: sonnige Waldränder, vorwiegend Laub und Mischwald
Kolonieform: hauptsächlich monogyn, polygyne Formen möglich
Aussehen
Arbeiterinnen: Thorax rötlich, Kopf und Gaster schwarz mit silbrigen Schimmer
Königinnen: wie Arbeiterinnen
Größe
Arbeiterinnen: 6-9 mm
Königinnen: 9-11 mm
Koloniegröße: mehrere hundert Tiere
Koloniealter: > 15 Jahre
Gründung: claustral, Pleometrose
Nestbau: Nester unter Steinen und Holz
Nahrung: vorwiegend Nektar, tierisches Eiweiß für die Larven, Sie nehmen gerne alle Formen von Honig, Zuckerlösung und Obst wie etwa Weintrauben
Winterruhe: von Oktober bis März
Haltungsbedingungen
Temperatur: 18-30° C Winter: 8-10°C
Feuchtigkeit: 40-50% Oberflächenfeuchtigkeit sollte durch sprühen gewährleistet werden( alle 2 Tage)
Nest/Arena: Becken ab 20*20 cm je nach Koloniegröße anpassen
Formicarienzubehör: Wärmequelle in Form eines Heizsteins oder einer Wärmelampe ratsam, da sie sich gerne sonnen. Wasserquelle zum trinken wird gerne genommen
Bodenbeschaffenheit: Sand-Lehm , Erde, Humusmischung, Sand-Torf-Boden
Empfohlen für Anfänger: ja
Gefahren: keine bekannt
Ökologisch betrachtet ist diese Ameisenart eurypotent, d.h. in Bezug auf ihre Umgebungsansprüche sind sie nicht sehr wählerisch und sehr anpassungsfreudig. Lediglich sonnenreich sollte das Habitat sein. In diesem Sinne können die Formicarien sehr vielgestaltig sein, sowie lichte Waldrand- oder Wiesenlandschaften als auch Steinbrüche werden angenommen, sofern sie über eine "Sonnenstelle" verfügen.
Besonderheit ist die bei Formica sanguinea übliche sozialparasitische Koloniegründung unter Verwendung von Serviformica-Arten, die auch als Sklaven gehalten werden (Dulosis). Dabei übernehmen die auch als Hilfsarbeiterinnen bezeichneten Sklaven di Brutflege, während die Raubameise die Nahrungsbeschaffung betreibt. Grundsätzlich ist F. sanguinea auch in der Lage ohne Sklaven zu leben, man spricht von der so genannten fakultativen Dulosis.
In ihrem Verhalten ist diese Ameisenart besonders aggressiv und territorial. Ihre Bewegungen erscheinen hektisch und doch sehr gezielt. Die Raubzüge häufen sich in den Sommermonaten, bei der Serviformica-Arten sowie auch anddere Formicinae überfallen werden. Die eroberte Brut dient teilweise als Nahrung und teilweise wird sie als zukünftige Hilfsameise gemeinsam mit der eigenen Brut großgezogen. Beobachtungen völlig in Panik geratener überfallender Nester deuten darauf hin, dass auch F. sanguinea Propagandapheromone verwendet, bei der die gegnerischen Arbeiterinnen durch Simulation ihrer eigenen Alarmpheromone derart in "Alarmbereitschaft" versetzt werden, dass sie blind vor Hektik am "Feind" vorbeilaufen.
Im Formicarium können künstlich Raubzüge simuliert werden, indem beide Arten in getrennten Formicarien gehalten werden. Lediglich von Zeit zu Zeit wird ein Zugang gewährt, so dass ein "Brutklau" möglich ist. Alternativ kann natürlich die Brut der hilfsameisen direkt im Formicarium angeboten werden, ohne den Raubzug-Akt.
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